„Aufbruch ins Grauen“

»Kein Hörspiel für Weicheier«

Von etwa 2500 Bewerbungen hatte die Klasse 4a der Grundschule Im Roten Felde das Glück als eine von 50 Schulen Norddeutschlands an dem Projekt „Hörspiel in der Schule“ des NDRs teilzunehmen.

Nachdem die Klasse das Hörspielskript in der vergangenen Woche erhalten und kennengelernt hatte, wurden die Rollen verteilt. Auch wenn dabei einige kleine Tränen geflossen sind, waren am Ende alle mit ihrer Rolle zufrieden und stolz, einen bedeutenden Teil zum Endprodukt beigetragen zu können. Einige Schüler*innen hatten sogar das Glück, mehrere Rollen sprechen zu dürfen.

Am 22. Januar 2019 stand anstelle von Deutsch, Musik und Sachunterricht nun die Aufnahme des Hörspiels „Aufbruch ins Grauen“ auf dem Stundenplan. Bevor der Bus des NDRs angerollte kam, konnten die Rollen der fehlenden Kinder flexibel aufgeteilt werden.  Um 9 Uhr war es dann endlich soweit, ein Producer vom NDR und eine Regisseurin des Kinderradios Mikado sind mit einer Menge geheimnisvoller Taschen angereist. Die Aufregung der Kinder war zunächst natürlich riesengroß, aber nachdem sich das Profi-Team vorgestellt hatte und der Ablauf geklärt war, legte sich diese allmählich wieder. Die Aufnahmen konnten beginnen.

 

Es war toll zu beobachten, wie viel Spaß die gesamte Klasse bei der Produktion ihres eigenen Hörspiels hatte. Alle Kinder waren höchst motiviert und zeigten sich von ihrer besten Seite. Während eine Szene mit den jeweiligen Rollen aufgenommen wurde, verhielten sich die anderen mucksmäuschenstill und lauschten ihren Mitschüler*innen gespannt. An diesem Tag konnten die Kinder nicht nur lernen, wie die Herstellung eines Hörspiels generell funktioniert und wie die verschiedenen Figuren anhand der Stimme charakterisiert werden, sondern auch wie man mit einer Daunenjacke die akustische Wirkung eines Schlafsacks nachahmt und wie das Flügelschlagen einer Fledermaus mit einem Handtuch erzeugt werden kann. Zudem bewiesen die Schüler*innen, die sonst für ihre zarten Engelsstimmen bekannt sind, wie schrecklich schief sie doch singen können.

Gemeinsam mit den Schüler*innen hat die Regisseurin die Sprache des Skripts an die Alltagssprache der Kinder angepasst, so dass aus „schauderlich“ „fürchterlich“ und der „Blödmann!“ zu einem „Honk!“ wurde. So konnten sich die Kinder besser mit dem Hörspiel identifizieren und fühlten sich noch mehr an der tatsächliche Produktion beteiligt. Nachdem alle Szenen aufgenommen waren, durfte die Klasse dem Producer beim Schneiden des Hörspiels über die Schulter gucken. Gespannt verfolgten sie, wie das Rülpsen unseres Rülpsmeisters an das Gemampfe des Monsters Alfred herangefügt wurde, so dass es sich schließlich so anhört, als hätte Alfred selbst gerülpst.

Bei dieser Hörspielproduktion lernte die Klasse nicht nur, wie die einzelnen Elemente der Stimme, des Texts, der Musik und den Geräuschen ein lebendiges Hörspiels ergeben können, sondern auch wie viel Spaß und Herzblut im Endprodukt tatsächlich steckt. Wenn ihr „den schönsten schlechten Chor“ singen hören möchtet und Lust auf ein wenig Gruselstimmung habt, dann hört euch das gesamte Hörspiel an.

Ich bin stolz auf die Kinder und unheimlich begeistert von dem Endprodukt!

(Text: Tessa Meimerstorf, Klassenpatin der 4a)